Überblick
Im Rahmen der Entwicklung einer olympischen Schipiste im Schigebiet Borșa, Kreis Maramureș, Rumänien, wurde ein künstlicher Wasserspeichersee gebaut. Das Gesamtprojekt umfasste die olympische Schipiste selbst sowie Systeme für künstliche Beschneiung und Beleuchtung. Der See wurde so konzipiert, dass er eine ausreichende Wasserreserve für den Betrieb der Beschneiungsanlage während der Schisaison sicherstellt.
Der See befindet sich auf der rechten Seite der Piste (in Fahrtrichtung), im oberen Drittel der Schipiste, etwa 900 m unterhalb der Bergstation der Gondelbahn, auf einer Höhe von 1.320 m.
Herausforderung
Der Standort des Sees stellte einige technische und logistische Herausforderungen dar. Das Gelände ist eine nordostorientierte Böschung mit einer durchschnittlichen Neigung von 25 Prozent. Die Erdarbeiten waren umfangreich: Etwa 60 Prozent des Seevolumens wurden durch Abtrag geschaffen. Die durchschnittliche Aushubtiefe betrug rund 9 m, mit einer reduzierten Tiefe von etwa 4 m am Unterwasserende.
Der zur Formung des Sees errichtete Erddamm hatte eine Gesamthöhe von 9 m, bestehend aus 8 m Wasserhöhe und 1 m Sicherheitsaufschlag. Die Breite am Dammkronenbereich betrug 5 m im Auffüllbereich. Die Geometrie des Sees ist relativ rechteckig, mit Kronenmaßen von 81 x 73 m und Basismaßen von 47 x 23 m. Für den Bau des Unterwasserkörpers des Damms wurden etwa 30.000 m³ lokal ausgehobenes Material verwendet.
Das fertige Reservoir hat ein Gesamtvolumen von 22.000 m³ Wasser und bedeckt eine Fläche von über 5.000 m².
Zusätzliche Herausforderungen waren die Lage in großer Höhe, fehlende Straßenanbindung und saisonale Wetterbedingungen. Die Installation der Geosynthetik erfolgte in einem sehr engen Zeitfenster von nur 14 Tagen. Widrige Wetterverhältnisse waren eine ständige Hürde: Minustemperaturen, Schneeregen, Schnee, starke Winde und Schneestürme unterbrachen die Arbeiten und stellten hohe Anforderungen an das Installationsteam.
Lösung
Die Abdichtung des Sees wurde durch ein mehrschichtiges Geosynthetiksystem erreicht, das sowohl auf den Böschungen als auch am Boden installiert wurde.
An den Böschungen bestand das System aus:
einer 25 cm starken Kiesschicht über dem vorhandenen Untergrund zur Drainage und Stabilisierung,
einem schützenden Geotextil mit 800 g/m²,
einer 2 mm starken, beidseitig strukturierten GSE® HD-Geomembran,
einem schützenden Geotextil mit 500 g/m²,
einer 10 cm starken Kiesschicht über dem oberen Geotextil, gestützt durch ein triaxiales Geogitter und 10 cm hohe Geozellen.
Am Boden des Sees umfasste die Abdichtung:
eine 25 cm starke Kiesschicht über dem Fundamentboden zur Drainage und Stabilisierung,
ein schützendes Geotextil mit 800 g/m²,
eine 2 mm starke, beidseitig strukturierte GSE HD-Kunststoffdichtungsbahn.
Diese geosynthetische Lösung gewährleistet eine robuste Undurchlässigkeit und den Schutz der GSE HD-Kunststoffdichtungsbahn, während gleichzeitig Drainage und Stabilität unter Last erhalten bleiben. Die Einbindung von triaxialem Geogitter und Geozellen sorgt für Rückhalt und Verstärkung der oberen Kiesschicht und verbessert den Böschungsschutz. Trotz widriger Bedingungen schloss das Installationsteam von Inoveco Expert die Geosynthetik-Arbeiten innerhalb des geplanten Zeitrahmens von 14 Kalendertagen ab. Der erfolgreiche Abschluss ist der umfassenden Erfahrung des Teams zu verdanken, das über mehr als 20 Jahre Expertise in ähnlichen Geosynthetik-Projekten verfügt. Der künstliche See in Borșa sichert nun einen zuverlässigen Wasservorrat von 22.000 m³ für die Beschneiungsanlagen und gewährleistet die Funktionsfähigkeit der olympischen Skipiste. Damit unterstützt er die Entwicklung der Wintersportinfrastruktur im Kreis Maramureș.