Überblick
Die Großstadtgemeinde Kocaeli hat gemeinsam mit dem türkischen Ministerium für Umwelt, Urbanisierung und Klimawandel, das für Umwelt- und Infrastrukturprojekte in der Industriestadt Izmit in der Türkei zuständig ist, ein groß angelegtes Entwässerungsprojekt unter Verwendung der GEOTUBE-Technologie gestartet, um die starke Verschmutzung des Meeresbodens zu beseitigen. Das Projekt wurde als Reaktion auf den Ausbruch von „Meeresrotz“ im Jahr 2021 ins Leben gerufen, der verheerende Auswirkungen auf den türkischen Tourismus, die Meeresfauna und -flora und die Fischbestände im Marmarameer hatte. Die Ursache dieser Umweltkatastrophe war die Ansammlung von Industrie- und Siedlungsabfällen in der Kocaeli-Bucht, einem Meeresgewässer mit begrenzter Strömung, wodurch das Marmarameer beträchtlich verschmutzt wurde.
Der Installationsprozess für diese groß angelegte Entwässerungsmaßnahme umfasste den Einsatz von GEOTUBE® Systemen auf einer Entwässerungsfläche von 60.000 m2, die mit GSE HD Kunststoffdichtungsbahnen ausgekleidet war, um Verunreinigungen des Bodens zu vermeiden. Der geflockte Schlamm wird in die Systeme gepumpt, wo sich das Wasser abtrennt und abfließt, während die festen Abfälle in den Systemen zurückbleiben. Das klare Abwasser wird ins Meer zurückgeleitet, wodurch eine minimale Belastung der Umwelt gewährleistet ist.
Herausforderung
Eine der größten Herausforderungen des Projekts war die stark variierende Zusammensetzung des Baggerschlamms. Die etwa 5 Millionen m2 große Baggerfläche enthielt eine Mischung aus organischen und anorganischen Stoffen, Industrieabfällen und Salzwasserverunreinigungen, die alle eine Entwässerung erheblich erschwerten. Insgesamt werden voraussichtlich etwa 3.500 GEOTUBE-Einheiten für das gesamte Projekt eingesetzt, weshalb eine optimale Auswahl der Polymere unerlässlich war, um den gewünschten Trockensubstanzgehalt von mindestens 60 % zu erreichen.
Logistisch herausfordernd war die Nähe des Projekts zur dicht besiedelten Stadt Kocaeli mit fast zwei Millionen Einwohnern. Der Transport des Baggerguts nach Entwässerung und der Baumaschinen erforderte eine sorgfältige Koordination, um Beeinträchtigungen des lokalen Verkehrs und der Infrastruktur zu minimieren. Darüber hinaus stellte die Lage an der Küste ökologische und betriebliche Herausforderungen dar, wie z. B. die Einwirkung von korrosivem Salzwasser und die Notwendigkeit, empfindliche Meereslebensräume vor unbeabsichtigten ökologischen Störungen zu vermeiden.
Der Entwässerungsprozess selbst erforderte eine präzise Kalibrierung der Polymerdosierung, um eine effiziente Flockung bei unterschiedlichen Schlammzusammensetzungen zu gewährleisten. Salziges Meerwasser erschwerte die Aufgabe zusätzlich, da Standard-Polymerformulierungen nicht immer eine optimale Entwässerungsleistung erzielten.
Lösung
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, hat Solmax in Zusammenarbeit mit der Universität Istanbul einen optimierten Entwässerungsprozess entwickelt, der speziell auf die umfangreichen Anforderungen des Projekts zugeschnitten ist. Die Wahl fiel auf GEOTUBE Systeme, da sie große Schlammmengen bewältigen können und dabei unter unterschiedlichen Entwässerungsbedingungen ihre strukturelle Integrität bewahren.
Ein wichtiger Aspekt für den Erfolg des Projekts war die Entwicklung maßgeschneiderter Polymerformulierungen zur Verbesserung der Entwässerungseffizienz der GEOTUBE Systeme. Es wurden mehrere Polymerversuche durchgeführt, um die effektivsten Kombinationen für unterschiedliche Schlammzusammensetzungen zu ermitteln und sicherzustellen, dass der angestrebte Trockensubstanzgehalt konsistent erreicht wurde. Der Einsatz fortschrittlicher Polymerdosiersysteme ermöglichte Echtzeitanpassungen auf Basis der Schlammeigenschaften und verbesserte so die Gesamteffizienz.
Bei der Materialauswahl wurden für das Projekt etwa 3.500 GEOTUBE Systeme, 18.000 m2 MIRAGRID® GX 80/80-Geogitter und ein umfangreiches Abdichtungssystem mit GSE® HD Kunststoffdichtungsbahnen verwendet, um eine sichere Entwässerungsfläche zu schaffen. Die im Projekt eingesetzten GEOTUBE Systeme waren CE-zertifiziert und hatten sich bereits in ähnlichen Anwendungen bewährt, was das Vertrauen in ihre Zuverlässigkeit weiter stärkte.
Aus logistischer Sicht hat das Projektteam eine strategische Transportplanung umgesetzt, um die Auswirkungen auf den lokalen Verkehr zu minimieren. Die Lieferungen von GEOTUBE Systemen und anderen Materialien wurden außerhalb der Stoßzeiten geplant, und es wurden festgelegte Routen festgelegt, um Staus in städtischen Gebieten zu minimieren. Der Einsatz von Druckerhöhungspumpen zur Aufrechterhaltung des Drucks im Baggersystem trug zur Rationalisierung des Schlammtransports bei, wodurch Ausfallzeiten reduziert und die Effizienz verbessert wurden.
Eine der bemerkenswertesten Errungenschaften des Projekts war die schnelle Mobilisierung und der Einsatz der GEOTUBE Systemen. Innerhalb weniger Wochen wurden etwa 150 Systeme mit einer Größe von 27,4 x 30 m nach Kocaeli geliefert, was die Machbarkeit der Durchführung groß angelegter Entwässerungsmaßnahmen innerhalb eines engen Zeitplans unter Beweis stellte. Diese Effizienz war entscheidend dafür, dass die Bagger- und Entwässerungsarbeiten planmäßig verliefen und mögliche Verzögerungen vermieden wurden, die die Umweltprobleme im Marmarameer verschärft hätten.
Der Erfolg des Projekts ist ein Beweis für die Wirksamkeit der GEOTUBE-Entwässerungstechnologie bei der Sanierung großer Mengen von Meeresschlamm. Durch den Einsatz eines innovativen und nachhaltigen Ansatzes bewältigt die Stadtverwaltung von Kocaeli nicht nur eine akute Umweltkrise, sondern schafft auch einen Präzedenzfall für künftige groß angelegte Bagger- und Entwässerungsmaßnahmen weltweit.
Durch seine Umsetzung zeigt dieses Projekt, wie GEOTUBE Systeme eine praktische und kostengünstige Lösung für die Schlammentwässerung in schwierigen Umgebungen darstellen. Die Fähigkeit, unterschiedliche Schlammzusammensetzungen zu verarbeiten, große Materialmengen aufzunehmen und in einer Küstenumgebung effizient zu arbeiten, unterstreicht die Vielseitigkeit und Skalierbarkeit dieser Technologie.
Nach Abschluss des Projekts wird die erfolgreiche Entfernung des kontaminierten Schlamms aus der Bucht von Kocaeli zur langfristigen Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts der Marmarameer beitragen und damit den lokalen Gemeinden, der Meeresartenvielfalt und den regionalen Wirtschaftszweigen wie Tourismus und Fischerei zugutekommen. Das Projekt unterstreicht die Bedeutung der Integration geosynthetischer Lösungen in groß angelegten Umweltsanierungsmaßnahmen und bekräftigt die entscheidende Rolle der GEOTUBE-Technologie für nachhaltige Bagger- und Entwässerungsanwendungen.